Tag 44: Drama in Dubrovnik

74 Kilometer, 1050 Höhenmeter: Sladenovici-Dubrovnik-Mikulici

Um 14 Uhr macht der Radladen in Dubrovnik dicht. 35 Kilometer Gummi geben, damit wir es noch rechtzeitig schaffen. Bei Ann-Sophie ist der Ständer locker und bei mir knackt die Kette. Nach 2.000 Kilometern wohl normal.

Gegen Mittag trudeln wir bei dem Radmechaniker in Dubrovnik ein. Es stellt sich heraus, dass der Typ zwar Bikes verkauft, aber wohl eher selten welche repariert. Er fragt mich, wo meine Gänge sind. Ich zeige auf das Nabengetriebe. „Interesting thing“, sagt er da. Ohje! Mit einer Zange fuchtelt er an meiner Kette herum. Tut schon weh beim Hinschauen. Er holt mehrere Ketten und vergleicht die Glieder. Spätestens da setzt bei mir der Fluchtinstinkt ein. Auch die sonst so ruhige und ausgeglichene Ann-Sophie bringt der Typ voll auf die Palme. Ungefragt bohrt er einfach ein größeres Loch in ihren Rahmen und drückt eine Schraube ohne Mutter rein. Brachial schraubt er den Ständer wieder ran. Geht gar nicht. Wir wollen nur noch weg und unsere Räder in Sicherheit bringen.

Wir steuern die „old town“ von Dubrovnik an. Wer die Serie „Game of Thrones“ gesehen hat, erkennt viele Drehorte wieder – wenn nicht gerade Touris die Sicht versperren. Es wird geknipst und gemampft. Unfassbar, wie viel hier los ist. Ein Gewitter mit einem Regenguss leert die Straßen. Und da passiert etwas, was ich schon sehr lange nicht mehr gefühlt habe: Gänsehaut!

Der Schauer macht die Luft frisch und kühl. Wir radeln wieder los. Zu einem Warmshowers-Gastgeber. Kurz vor der montegrinischen Grenze. Mit Meerblick! Unser grünes Happy-End nach dem Drama in Drubovnik.

Tag 43: Hello Bosnien-Herzegowina!

95 Kilometer: Drvenik-Neum (Bosnien-Herzegowina)-Sladenovici (Kroatien)

Kennzeichen BIH, Hauptstadt Sarajevo, im Winter günstig Skifahren. Viel mehr weiß ich nicht über dieses Land, das mal zu Jugoslawien gehörte. Bosnien-Herzegowina, du Balkanbraut, da wären wir.

Der Polizist am Grenzübergang interessiert sich null für unsere Pässe, er winkt uns einfach nur durch. Easy. Wir rollen ganz entspannt in die größte und einzige Stadt am Meer: Neum.

Neum!

Fahrräder abstellen, hinsetzen, bedienen lassen: Unser Kohldampf strandet im „Restauran Laguna“. Uns wurde gesagt, dass man in Bosnien-Herzegowina richtig günstig essen kann.

Die Landeswährung heißt „Konvertible Mark“ und rechnet sich wie die alte D-Mark. Beim Blättern durch die Speisekarte geht das dann so: „Also wenn ich einen Salat für 17 D-Mark nehme, dann wäre ich mit den Ćevapčići bei etwa 35 D-Mark, also unter 20 Euro.“ Wir klingen wie zwei Rentner*innen, die die Einführung des Euros immer noch nicht verkraftet haben. 🙂

Für umgerechnet sieben Euro knabbere ich an Kartoffeln und Ćevapčići. Die Hackfleischröllchen sehen aus wie abgehakte Finger. Mein Appetit lässt sich davon aber nicht aufhalten. Danach meldet sich wieder das Fresskoma. Ann-Sophie und ich verziehen uns in einen klimatisierten DM. Preise vergleichen. Deos und Zahnpasta sind etwas teurer. Proteinriegel etwas grünster als in Deutschland. Wir decken uns für die nächsten Tage ein.

Unser Plan für den angebrochenen Tag? Noch 20 Kilometer wegrasieren. Unterwegs passieren wir wieder den bosnisch-kroatischen Grenzübergang. So schnell hat uns Kroatien zurück. Aber nicht für lange. Montenegro zwinkert uns schon am Horizont zu!

Tag 42: Back in the game

53 Kilometer: Pitve-Sucuraj-Fähre nach Drvenik

Wehmut beim Biss ins Brötchen: Wir nehmen Abschied von unserem Pudelwohlfühlort Pitve und ziehen weiter. Das kleine Dorf mit den uralten Steinhäusern, das sich auch gut als 1.000-Teile-Puzzle oder als Cover für ein Mittelalterbrettspiel eignen würde, ist uns ans Herz gewachsen. Wir kommen wieder, irgendwann.

Mit geputzten Rädern und frisch gewaschener Bike-Kutte zurück auf die Straße. Dachten wir. Doch der Asphalt verabschiedet sich schon nach wenigen Kilometern. Vor uns eine etwa zehn Kilometer lange Schotterpiste. Trocken, rostbraune Erde, hamstergroße Steinbrocken. Unsere armen Räder. Bangbang, you Schotter me down. Wir schieben. Wir fahren. Wir schieben. Stop and go. Die Stimmung sinkt. Wir verfluchen unsere Navigationsapp Komoot. So ein Sch***!

Zur Beruhigung rupfe ich ein paar Lavendel-Stängel am Wegesrand weg und schnuppere dran. Durchhalten, bald haben wir es geschafft. Und ja, irgendwann taucht wieder Teer auf. Wir fahren auf den östlichsten Zipfel der Insel Hvar zu. Links und rechts Meerblick, schroffe Berge, leere Straßen – getunkt in ein marillenfarbiges Abendlicht. Eine der schönsten Strecken auf dieser Tour. Die gute Laune ist wieder da.

Pünktlich um 18 Uhr tuckert unsere Fähre in Sucuraj in Richtung Festland los. Nach einer halben Stunde rollen wir mit unseren Rädern vom Schiff. Tada, da sind wir wieder. Und wo schlafen wir? Wir checken die Lage am Beach. Ich entdecke ein Haus mit einer Terrasse, direkt am Meer. Die dazugehörigen Urlauber aus Berlin sind total unkompliziert und genehmigen uns das Schlafplätzchen vor ihrer Küche. Die Wellen schwappen und die Wolken decken uns heute zu.

Tag 41: Ölen und packen

Neuer Morgen, neues Tellerglück: Nach Pfannkuchen und Kaiserschmarrn zieht heute der „Arme Ritter“ in die Frühstücksschlacht. Wir haben noch altes Baguette, Milch und Eier. Es geht heiß her in der Pfanne, vielleicht zu heiß. Der arme Ritter zerfleddert, voll im Kampf-Modus. Geschmacklich aber gut!

Keine Sorge, bald ist Schluss mit dem ganzen Gemampfe. Morgen kacheln wir wieder los. Unsere Räder bekommen noch ein paar Streicheleinheiten. Mit Spüli wird der Rahmen geschrubbt. Für die Kettenglieder gibt es eine reinigende Zahnbürstenmassage. Meine Kette ist ein bisschen ausgeleiert. In einem YouTube-Video ziehe ich mir rein, wie Ketten gespannt werden. Die Do-it-yourself-Aktion klappt ganz gut.

Alles wird nochmal gewaschen. Auch die kleinen Polster in unseren Helmen. Riechen krass nach Turnschuh.

Am Nachmittag trampen wir wieder zum Beach. Mojito um 17 Uhr. Plaudern, schwimmen, bärtige Männer beobachten.

Die Abfahrt morgen fühlt sich wie ein ganz neuer Tourbeginn an. Wir freuen uns, unseren Augen wieder Neues bieten zu können. Hoffentlich haut das Timing hin. In gut einem Monat wollen wir die Fähre von Bulgarien nach Georgien nehmen. Gar nicht mehr so viel Zeit. Umso besser, dass wir morgen wieder Kurs aufnehmen!

Tag 40: Rollergirls

Kaiserschmarrn wäre doch mal wieder was Feines. Frisch und fluffig! Also los: Eier trennen, Mehl, Zucker und Milch mischen und das Eiweiß steif schlagen. Nur wie, ohne Rührgerät? Einfach per Hand mit einer Gabel. Gutes Gedulds- und Oberarm-Training. Nach einer Viertelstunde schäumt das Eiweiß-Wölkchen schon ganz doll. Es funktioniert. Cool! Kommt gleich nach Feuermachen!

Bisschen Bewegung? Gerne, aber bitte ohne Bikes. Die sollen mal schön im Keller bleiben. Ann-Sophie und ich trampen ins nächste Dorf. Da gibt es einen Rollerverleih. „Seid ihr damit schon mal gefahren?“ werden wir gefragt. Ich sage, dass ich mal ein Zwei-Gang-Mofa hatte – als ich 16 war. Eine Herkules Prima 5. Der Verleiher nickt anerkennend. Er händigt uns die Helme aus. Mein Gott, sehen wir bescheuert aus. Wir müssen so viel kichern. Ein Wunder, dass uns der Typ seinen Roller überhaupt anvertraut. Wie zwei kleine Astronautinnen klettern wir auf die Maschine. Zündschlüssel umdrehen und ab geht die Post.

Wir cruisen durch verschlafene Dörfer und an der Küste entlang. Ein FKK-Strand soll besonders schön sein. Am Ufer sind nur zwei Nudis am Start. Wir hüpfen ins Wasser und essen Chips.

Den Roller haben wir übrigens wieder zurückgegeben. Viel früher als vereinbart. Das Ding fährt sich wie eine Sofagarnitur. Irgendwie behäbig und klobig. Nicht so wie unsere Räder, die wir in solchen Momenten schon ein klitzekleines Bisschen vermissen. Übermorgen gehts wieder los!

Tag 39: Radeln wir noch oder chillen wir schon?

Insel, Pausentaste, ins Bettlaken sabbern: Drei oder vier Tage wollen wir hier auf Hvar bleiben und Cocktails runterkippen. Weit entfernt von Höhenmetern und Kilometerangaben. Gammeln und genießen. Zeit haben für Schlemmerfrühstücke. Während ich mir noch den Schlaf aus den Augen fummele, pantscht Ann-Sophie schon Butter, Eier, Milch und Mehl zusammen. Pfannkuchen-Time! Als Topping steht schon „Lino Lada“ bereit. Das ist kein Auto, sondern eine sündige Creme. Schmeckt wie die Füllung von Kinder Bueno. Hölle! Kann nicht aufhören, zu schlecken.

Wohlig vollgefressen rubbele ich diverse Flecken aus meinen Klamotten: Kettenöl, Sonnencreme, Tomatenmark. Den Rest übernimmt die Waschmaschine. Danach haben wir ein Rendezvous mit dem Meer. Es trägt uns auf seinen Händen und hat viel zu erzählen: einfach auf die Wasseroberfläche legen, Ohren unter Wasser halten und lauschen. Klingt als ob hier irgendjemand winzige Kieselsteine wegsaugt. Voll die Lebensaufgabe! Genug phantasiert!

Um 19 Uhr holt uns Ninos Schwester ab. Wir gehen in ein Restaurant. Endlich mal wieder Auto fahren. Berge hochjuckeln ohne Schweißausbruch. Wir steuern das Kleinvenedig von Hvar an: Vrboska. Schnuckeliges Städtchen mit vielen Restaurants. Booten und Brücken. Die massiven Steine der Häuser glühen noch von der Sonne.

Statt Campingküche heute Mal Verwöhnprogramm: Muscheln, Brasse und Pommes. Und ganz viel Knofi. Vampire lassen uns heute Nacht definitiv in Ruhe.

Tag 38: Zauberwort Insel

55 Kilometer: Primorski-Dolac-Split-Fähre nach Stari Grad (Hvar)-Pitve

Nach 2.000 geradelten Kilometern darf die Becker-Faust mal raus.

Seit zwei Tagen nicht mehr geduscht. Seit acht Tagen nicht mehr gewaschen. Seit zehn Tagen nicht mehr in einem Bett geschlafen – wir sind reif für die Insel! Allein mit der Fähre über das Meer zu gleiten, hat schon etwas Magisches. Hinein ins unendliche Blau. Glitzer, Glitzer auf dem Wasser. Bumm, Bumm im Herz.

Menschen, Autos, Kirchtürme, alles wird klein, als man könne es einfach umschnipsen. Zwei Stunden schunkeln wir von Split (Festland) zur Insel Hvar. Unsere Räder im Fährenbauch, wir auf Deck – mit der Nase im Wind.

Auf der Insel Hvar kurven wir noch zehn Kilometer durch die Gegend. Weinreben und Olivenbäume stehen Spalier.

Mein Rad ist so schwer. Fühlt sich an, als ob ich eine Waschmaschine auf den Gepäckträger geschnallt hätte. Dabei sind das nur die vielen Lebensmittel, die wir noch auf dem Festland geshoppt haben, weil billiger. Strampeln, pusten, an der Trinkflasche saugen.

Endlich da, in Pitve!! Ein Dörfchen mit alten Steinhäusern und verwinkelten Gassen. SUVs haben hier keine Chance. Überall ranken Weinreben und Kätzchen huschen über die schiefen Stufen. Genau hier erwartet uns schon Nikol. Die Schwester meines Mitbewohners Nino. Die Familie vermietet mehrere Wohnungen und hat Häuser in Pitve. Ann-Sophie und ich dürfen in einem unsere Reha-Station einrichten. Sooo klasse!

Der Plan für die nächsten Tage? Viiiel schlafen und viiiel essen. Heute gibt es schon mal Quiche mit fett Käse und fünf Eiern. Kann so weitergehen!

Tag 37: Fahren und fluchen

83 Kilometer: Vraner See-Sibenik-Primorski Dolac

Nicht im Bild: schattenspendende Autobahnbrücke

Ey, ich hab keinen Bock mehr. Es ist so heiß!Kann die Sonne nicht mal ein Burnout bekommen? Wohin haben sich eigentlich alle Wolken verzogen? Und was ist mit dem Regen los? Große Lieferengpässe gerade, oder was?!

Es hilft alles nix: Wir müssen durch die Teerwüste. Am Straßenrand sehen wir immer wieder verkohlte Baum-Gerippe. Gestern soll es auf unserer Route Waldbrände gegeben haben. Heute ist alles gelöscht, der verbrannte Geruch sticht aber noch in der Nase.

Kein Wunder, dass ich noch keine einzige Nacktschnecke in Kroatien überfahren habe. Es gibt einfach keine. Zumindest nicht auf dem EuroVelo8-Radweg. Alles viel zu trocken und staubig.

Ein Stopp am Mittag in der Stadt Sibenik gleicht daher einem Oasen-Besuch. Kalte Getränke, Eiswürfel, Magnums. Wieder alle inneren Nährstoffregale auffüllen und weiter gehts. Sibenik, nur so am Rande, sehr empfehlenswert, nicht nur wegen der Eiswürfel. Historische Altstadt im venezianischen Stil. Unerwartet umgehauen worden.

Nochmal knapp 40 Kilometer durch das Sonnenfeuer. Bis wir in einem Kaff mit geöffnetem (!) Supermarkt ankommen. Wir fragen die Kunden, ob wir irgendwo zelten können. Wir sollen nicht ins hohe Gras gehen. Da könnten Schlangen unterwegs sein. Rät uns ein Typ. Ann-Sophie läuft ein paar Meter und trifft nette Locals. Wir können in ihrem Vorgarten campen. Sie haben einen Esel vor der Schlachtbank gerettet und einen liebevollen Gemüsegarten angelegt. Das können keine schlechten Menschen sein. Wir holen die Heringe raus!

Tag 36: Meet and Greet mit Mike brûlé

81 Kilometer, 810 Höhenmeter: Gracac-Obrovac-Benkovac-Vraner See

Tschüss Berge! Vorerst.

Der EuroVelo8-Radweg und seine Gesichter. Ist schon kurios, aber manchen begegnen wir immer wieder. Die Boys, mit denen wir gestern gezeltet haben, treffen wir in einem Supermarkt wieder. Beim Abschied heute Morgen sagten sie noch: „Ihr findet uns bei den Backwaren“. Wie wahr. Bei den Kassen lernen wir auch endlich Mike kennen, schon jetzt eine lebende EuroVelo8-Legende. Er fährt oberkörperfrei und ohne Helm. Wegen seines gebrutzelten Teints haben Ann-Sophie und ich ihn „Mike brûlé“ getauft. Ich bin so aufgeregt, ihn endlich zu treffen. Er kommt wohl aus den Niederlanden und postet regelmäßig Stories auf Instagram. Zuletzt waren ihm Eier und Milch in der Radtasche ausgelaufen. Sah aus, wie frisch reingekotzt. Dieses Malheur hat ihn aber nicht davon angehalten, wieder eine 10er-Eierpackung auf das Supermarkt-Fließband zu legen. Bin gespannt, wann sich unsere Wege wieder kreuzen.

Mike rechts im Bild – ausnahmsweise mal nicht oben ohne.

Auch Ann-Sophie und ich sind keine Nonames mehr. Wir haben uns mittlerweile einen Namen in der Szene erarbeitet, denn Mike begrüßt mich mit: „Ah, you are the fast girls“. Offenbar sind wir ziemlich flott unterwegs. Auch heute geben wir wieder Gummi – trotz der Hitze. Radeln im Backofen mit Ober- und Unterhitze mit Umluft. 38 Grad. Meine Radhose ist salziger als ne Tüte Chips.

Unser Weg führt uns durch die Ausläufer des Velebit-Nationalparks. Winnetou-Land. Felsen, Weite, brennende Sonne. Knallrotes Gesicht, aber der Kreislauf bleibt stabil. Am Ende tauchen wir ab, in einem See, kurz vor dem Meer. Hier übernachten wir auch, bei „Hotel Fledermaus“. Ein total unkomplizierter Campingplatz im Naturschutzgebiet. Geheimtipp!!

Cooking mit Aussicht!

Tag 35: Tränchen zum Frühstück

75 Kilometer: Perusic-Lovinac-Garcac

Wenig Worte, aber so viel Herz: Unsere Bäuerin hat heute Morgen nochmal aufgetischt. Auf der Tafel: Speck, selbstgemachter Käse, Brot, Strudel, Berliner und Kaffee. Dazu ein Kochtopf voller Kuhmilch mit Haut. Die dazugehörigen weiß-braunen Ladies haben wir gestern schon kennengelernt.

Ann-Sophie und ich schieben uns die Schnitten rein. Es schmeckt so gut. Unsere Gastgeberin lächelt verschmitzt. Ihre Herzlichkeit haut mich fast von der Bierbank. Zwischen Salamischeiben und Brotkrümeln bekomme ich voll den Sentimentalen und umarme die gute Frau. „You like my daughters“ sagt sie immer wieder. Drei Töchter hat sie. Und einen „good husband“.

Danach braust sie mit ihrem Auto zum Arzt. Wir räumen in Ruhe unsere Zelte ein. Irgendetwas möchte ich ihr geben und sammele ein paar Steine. Von Herz zu Herz.

Der Hauptgewinn geht noch weiter: Um 10 Uhr schneie ich in den Friseursalon ihrer Tochter rein. Einmal windschnittiger, bitte! Es geht ratzfatz. Für umgerechnet etwa 6,50 Euro bekomme ich einen freshen Schnitt und noch eine 300g-Milka-Schoki geschenkt. Hat sich wohl rumgesprochen, dass wir viel verdrücken können. Wir lassen uns zum Schluss noch die Adresse der Mutti geben. Ann-Sophie und ich werden ein fettes Schlemmerpaket aus Freiburg losschicken. Im November dann.

Geradelt wurde übrigens auch noch. Unterwegs treffen wir viele andere Biker. Zum Beispiel Tom und Lion aus Husum/aus der Nähe von Tübingen. Wir schließen uns zusammen und campen gemeinsam auf einer Wiese. Gegenseitiger Materialcheck und gemeinsames Spaghetti-Diner inklusive.