Tag 29: Rad ab

Nur ein paar zerquetschte Kilometer zum Bikeshop

Wenn Ann-Sophies Vorderrad nicht schleifen würde, wären wir zwei Bike-Biester bestimmt weitergezogen. Aber so gehen wir auf dem Campingplatz in die Verlängerung. Die Zwangspause tut uns richtig gut. Morgens gammeln im Campingplatz-Café, dann am Pool rumhängen. Ann-Sophie tippt an ihrem Essay für die Uni. Ich fahre das große Beauty-Besteck auf: Handcreme, Feuchtigkeitsmaske und ein Buch für die innere Schönheit. Die Maske verspricht 144 Prozent Feuchtigkeit. Präzise! Das matschige Tuch ist auf jeden Fall ein Hingucker. Eine Mischung aus Fetisch, Sturmhaube und Horrorfilm. Für den Pool-Verweis reicht es allerdings nicht.

Die Sonne wandert über unsere Köpfe und die Luft wärmt sich immer mehr auf. Irgendwann machen unsere Hintern schlapp. Genug geplättet auf den Liegestühlen.

Wir setzen uns wieder in Bewegung. Zum nächsten Bikeshop. Dort gibt es ein neues Vorderrad für Ann-Sophie. Beim alten ist die Nabe kaputt. Reparieren geht bei dem Modell schlecht. Für 90 Euro, inklusive neuer Bremsscheibe, steht der Pyrenäen-Tour nun nix mehr im Weg. Juhu!

Das muss gefeiert werden! Mit Essen natürlich. Wir verheiraten Vollkorn-Nudeln mit einer Spinat-Brokkoli-Roquefort-Soße! So gut.

Vor der Schlemmerei machen wir übrigens nochmal Bestandsaufnahme unserer Radtaschen und sortieren fast zwei gefüllte Jutebeutel aus. Das dicke Sockenpaar, der Pullover, die lange Hose müssen gehen! Bei Ann-Sophie ist es vor allem der Laptop. Der Essay ist im Kasten. Weg mit der Kiste. Statt zur Post gehen wir einfach zu unseren Platz-Nachbarn und vertrauen unser Hab und Gut zwei jungen, verbrannten Herren aus dem Elsass an. Der eine wohnt in Marckolsheim, nur etwa 30 Minuten von Freiburg entfernt. In seinem BMW-Schlitten ist noch Platz. Auch das defekte Vorderrad reist mit den Jungs mit. Da will Ann-Sophie eine neue Nabe einbauen… irgendwann, wenn wir zurück sind! Dann befreie ich auch die ausrangierten Sachen aus dem Elsass 🙂

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