32 Kilometer: Perpignan-Collioure-Camping las Mimosas

Unser Frühstück – kalorientechnisch der Höhepunkt des Tages. Was wie ein aufgeblähtes Steak aussieht, ist in Wahrheit eine französische Liebeserklärung an den Gaumen: ein sogenanntes Pain perdu, armer Ritter im Deutschen. Eine fluffige Brioche-Scheibe, getunkt in Butter, Milch und Eier. Angebraten und treibend in einem Karamell-See. Goldbraun wie die Felder hier. Es schmeckt so fein. Beim letzten Bissen spüre ich richtig Abschiedsschmerz. Das ist aber nicht das Einzige, was weh tut.
Die Eindrücke aus der Notaufnahme wirken noch nach. Perpignan ist anders als die bisherigen Städte. Weniger reich und lieblich. Wir sehen gammelige Baguettes im Rinnstein, Müllberge vor Haustüren und viele verlebte Gesichter. Nicht nur, aber auch. Das opulente Pain perdu auf unserem Teller – irgendwie deplatziert.
Mit gemischten Gefühlen lassen wir Perpignan hinter uns. Wir wollen nochmal ans Meer. Aber das Meer will uns nicht. Drei Campingplätze weisen uns ab. Komplett, full, sorry. Die Straßen sind eng, neben uns Sonnenbrände auf zwei Beinen mit ihren aufblasbaren Donuts, Fast-Food-Buden, SUVs kleben am Gepäckträger. Nur weg hier. Aber wohin?
Wir haben Glück. Ein vom Meer entfernter Campingplatz hat noch Restplätze. Wir beeilen uns. Es klappt! Die Ladies an der Rezeption sind sehr herzlich und sagen, dass wir erstmal ne Runde im Pool chillen sollen. Leider keine Zeit. Ann-Sophie hat Probleme mit ihren Bremsen und ich muss mein Lavendelsäckchen aus diesem gottlosen und abrissbereiten Hotel in Perpignan retten. Habe es leider heute Morgen unterm Kopfkissen vergessen. Es dort zu lassen, kommt nicht in Frage.
Vom Campingplatz sind es nur zwei Kilometer bis zum Bahnhof und dann 18 Minuten mit dem Zug. Das geht. An der Hotelrezeption liegt es schon bereit. Große Wiedersehensfreude. Von nun lasse ich es nicht mehr los – na gut zum Radeln schon.

Auf dem Heimweg kehre ich noch bei Lidl ein und besorge Burger-Utensilien. Ann-Sophies Radproblem ist leider größer als gedacht. Morgen mehr dazu. Jetzt erstmal Burger-Koma!
