Tag 102: Unterwegs mit (Blue) Rössle

Ein blauer Lada Niva mit Untersetzung, Permanentallrad, Differentialsperre…und äh Lenkrad! Unser Zuhause für die nächsten vier Nächte. Ein längst überfälliges Geschenk an Oli. Hatte ihm vor zwei Jahren einen Gutschein für eine Dachzelt-Tour geschenkt und nie eingelöst. Aber jetzt. In Georgien. Das hat doch mal Stil! Für 60 Euro am Tag gehorcht das „Blue Rössle“ auf unsere Kommandos: Wir galoppieren in den Westen des Landes. Zuerst in die Region Samzche-Dschawachetien.

Unser Gefährte – reich an Kult und arm an PS – hat alles Überlebenswichtige und noch ein bisschen Schnickschnack an Bord: einen Gaskocher, Wassertank, Kühlschrank, Tisch und Stühle, einen Internet-Hotspot. Sogar Bettdecke und Kopfkissen. Der Verleiher „Overlando“ weiß einfach, wie man Camperherzen zum Hüpfen bringt.

In der ersten Nacht kuscheln wir uns an große Heupyramiden. Windgeschützt und duftend. Der dazugehörige Bauer (natürlich vorher um Erlaubnis gefragt) schenkt uns am nächsten Morgen Gemüse und Äpfel aus dem eigenen Garten. Madloba, madloba (Danke). Ich lasse noch drei fliesengroße Kuhdung-Stücke mitgehen. Überraschend geruchsneutral im Auto. Träume immer noch von einem Lagerfeuer mit Stockbrot.

Apropos Träume: Da war ja noch was mit Hühüs! Über die App „Park4Night“ finde ich einen Pferdehof mit geführten Touren. Seit Wochen halten mich Pferdchen auf Trab. Ist Anziehung. Will reiten. Endlich klappt es! Die Pferdefrau leiht uns zwei Helme. Oli sieht aus wie eine Mischung aus Police Officer und Wehrmachtssoldat. Ich wie ein überreifes Pferdemädchen. Egal. Rauf auf den Gaul und genießen. Jeweils ein Guide führt uns durch die Landschaft. Oh, bitte lass es nicht aufhören!

Und Feuer gefangen? Vollbrand! In Freiburg muss ich auf die Koppel. Bis zur ersten Reitstunde genügen auch ein paar Ausritte auf meinem Drahtesel. Den ich übrigens schon sehr vermisse!

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