Tag 72: Treiben lassen

Das Herz dieser Stadt, das klopft nicht, das hämmert – mit Karacho. So viel Gewusel. So viel Leben in den Gassen. Nähstuben, Autowerkstätten, Dönerspieße, Baklava-Beauties. Burka neben Bauchfrei!

Bei dem ganzen Gegucke, schön aufpassen, dass Arme und Füße dranbleiben und nix überfahren wird. Autos sind überall. Geparkte Männer auch. Meistens sitzen sie auf kleinen Hockern vor ihren Geschäften. Where are you from? Hören wir immer wieder.

Wir streifen ziellos umher. Immer wieder landet eine Kleinigkeit im Bauch. Zum Beispiel ein „Tavuk Gögsü Tatlisi“. Hab ich in der Auslage gesehen. Stinknormaler Vanillepudding mit Zimt dachte ich. Nee nee. In der Creme sind Fäden. Das ist Fleisch! Total zerrupfte Hähnchenbrust mit Milchcreme. Wohl ein traditionelles, osmanisches Dessert. Schmeckt gut, aber diese Fäden…

Herumstreunen geht in die Beine. Die sind ja eh fertig mit der Welt. Daher gehören kleine Pausen im Liegen zum Pflichtprogramm. Schmusen auch ganz wichtig – solange der Chéri noch nicht in den Flieger gestiegen ist.

Später werden wir Henri wiedersehen. Den Radfahrer aus Oldenburg. Er ist heute angekommen. Mal schauen, ob wir auf einer Tanzfläche landen, oder wieder in einem Filmset. Wie gestern. In einer Seitengasse wurde gerade eine Szene der Netflix-Serie „The Club“ gedreht. Die Filmcrew mega nett, lädt uns zu Tee und Plauderei ein.

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