7:16 Uhr bis 18:40 Uhr: Villach-Salzburg-München-Ulm-Stuttgart-Karlsruhe-Freiburg
Die Nacht war kalt und kurz. Unser Atem ist weiß im ersten Sonnenlicht. Morgentau auf dem Tarp und unterm Zelt. Keine Zeit zum Trocknen der nassen Lappen, alles schnell verstauen und zum Bahnhof in Villach radeln.

Eigentlich wollten Micha und ich gemeinsam entspannt um 9 Uhr in den ICE steigen, ich wäre in Mannheim zum Umsteigen rausgegangen, Micha wäre bis Köln durchgefahren. Guter Plan. Bis zum Dom rattert der Zug auch, aber nicht mehr bis nach Mannheim. Zwischen Buchung und Abfahrt wurde einfach der Streckenverlauf geändert. Meine Verbindung existiert nur noch in Gedanken. Und die Alternativ-Züge haben keine Fahrradplätze mehr. Also muss ich improvisieren: erst mit einem IC nach Salzburg, und dann weiter mit verschiedenen Bummelzügen quer durch Süddeutschland. Das D-Ticket glüht! Vorbei an Dinkelscherben oder Mindelaltheim. Orte, die den Abschiedsschmerz nicht wirklich lindern. Tschüss Micha, bis ganz bald. War total toll. Will gar nicht flennen. Kullert einfach raus.

Eisenbahnromantik statt Liebkosungen mit Amore. Es muss weitergehen, immer weiter Richtung Westen.
Nach sieben Stunden auf den Gleisen reißt meine Regio-Geduld. Ich will ICE fahren, mehr Platz für die Beine, keine Lautsprecher neben mir.
In Ulm lunze ich in den ICE nach Stuttgart. Es gibt noch Radplätze, obwohl in der App alles ausgebucht war. Ich schleiche mich rein, so auch in den ICE von Karlsruhe nach Freiburg. Was soll schon passieren? Rauswurf oder Ankommen.
Und tatsächlich um 18:45 Uhr, also nach fast 12 Stunden Gewackel, drehe ich den Haustürschlüssel um. Fußmatte, Bademantel, Bettdecke – lang ist’s her. Schön, euch wiederzusehen.
Vielen Dank fürs Lesen und Mitreisen, vielleicht folgt die nächste Tour im September. Macht’s gut!