40 Kilometer: Ljubeljana-Jesenice-Avče (mit dem Zug) – von da aus mit dem Rad nach Trnovo
Ein dreifaches Zickezackezickezackeheuheu auf den ÖPNV in Slowenien. Drei Stunden Bummelzug mit Rädern macht neun Euro zusammen! Inklusive Klopapier auf den Toiletten und grummeligen, aber im Kern sehr netten Schaffnern. Die Slovenske železnice [slo’venske ʒe’leznitse] bringt uns ins Reich der 1.000 Grüntöne. Im Nordwesten des Landes. Micha und ich hängen mit den Nasen am Zugfenster, rumpeln uns immer wieder gegenseitig von der Seite an. Guck mal, die schroffen Bergspitzen. Hast du die kleine Kapelle auf dem Brokkoli-Hügel gesehen? Staunen und zocken nebenbei. Unglaublich aber wahr: Beim Kartenspielen hat Micha keine Schnitte gegen mich. Das passiert sehr selten.

In einem Kaff mit drei Häusern hieven wir unsere Räder aus dem Zug. Wir sind irgendwo im Soča-Tal. Der Fluss braust uns in die Ohren. Farblich nicht so übernatürlich-türkis wie erwartet, sondern eher eine Zement-Minze-Mische. Keine Konkurrenz zu Michas Augen. Warum der Fluss so trüb ist? Es hat so viel geschüttet in den letzten Tagen. Die Sedimente sind einfach in Wallung.
Wir kurven erstmal zu Aldi, der in Slowenien “Hofer“ heißt. Da kloppen wir unsere Taschen voll. Tortellini, Riegel, Gemüse, Milch, Asia-Suppen. TK-Spinat bleibt auf der Tasche, soll schon mal auftauen.

Die Strecke entlang der Soča Richtung Norden ist ne Wucht. Genau dafür wurden Beine und Bikes gemacht. Berghänge wie ruhende Riesen auf dem Rücken, Brücken über Getöse, wenig Blech viel Radellust.


Nach 40 Kilometern könnten wir ja mal Feierabend machen. Ein Campingplatz liegt ganz in der Nähe. Geführt von zwei älteren Schwestern. Sympathisch! Immer ein gutes Zeichen, wenn vor der Rezeption graue bis weiße Eminenzen chillen. Mit Kochtopf und Schneidenbrett gesellen wir uns doch gern dazu.
