Tag 10: In dieses Lu… Lubl… Ljubeljana

18 Kilometer rumtingeln: Wien-Graz-Ljubljana (Slowenien)

Mit Schlagobers! Was für ein schwungvolles Wort und welch Spaß, es vor einem Kellner in weißem Hemd und mit schwarzer Schürze auszusprechen. Was hättens denn gern dazu? Eine Wiener Mélange und das Vitalfrühstück. Wiener Kaffeehauskultur an einem Freitagmorgen um halb10. Wir hocken draußen beim Café Jelinek. So wie eine Oma mit ihrem Enkel. Die Touris aus Great Britain oder die deutschen Hipster mit schmallinigen Tattoos. Mampfmampf.

Bevor unser Zug nach Slowenien braust, klappern wir ein paar monumentale Steine ab: die Wiener Hofburg, das Burgtheater, das Österreichische Parlament. Schon schwer beeindruckend: die Habsburger und ihre Bauwut und ihr Personenkult. Franz Josef I. – omnipräsent. In Straßennamen, Statuen, riesigen Schriftzügen. Der große Imperator! Amüsant, dass der Franz Josef in den Sissi-Filmen teilweise als Muttersöhnchen dargestellt wird. Naja, Filme.

Zwei Minuten vor zwölf: Abfahrt nach Graz. Unsere Räder hängen wieder rum und wir knabbern uns durch die Steiermark. Den Felsen ganz nah. Ohne Schweiß und Feuer in den Oberschenkeln. Aber mit Verspätung. Wir verpassen unseren Anschlusszug in Graz. Also zwei Stunden Rumgammeln. Wir rollen bisschen rum. Graz haut uns so gar nicht vom Hocker. Vielleicht liegt das auch am grauen Himmel oder an dem hässlichen Bahnhofsvorplatz.

Wir polstern unseren Magen mit McDonalds-Inhalten auf und steigen in die Bahn nach Ljubeljana. „Gluten free Bed & Breakfast“ heißt unsere Unterkunft. Intoleranzen welcome. Allesfresser auch? Bestimmt!

Unser kleines Zimmer ist direkt über einer Gaststube. Dampf in der Küche, Tellerklappern, ausgelassenes Gemurmel. Fühlen uns ein bisschen wie im Mittelalter. Unten in der Taverne Hoch die Humpen, oben in der Kammer wird geratzt. Gefällt uns. Auch die Stadt schreibt Lebenslust in die Luft. So viele Terrassen und Restaurants, eingetaucht in warmes Licht.

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