Mit dem Zug von Prag nach Budweis, dann 22 Kilometer nach Černice mit dem Rad
Zahnseide benutzen, Beine rasieren, eiskalte Milch aus dem Kühlschrank runterglucksen. Ah, die Vorzüge von Beton und Stromleitungen um uns herum. Schon eine feine Sache, aber reicht dann auch mal wieder. Wir checken aus, zwacken vorher noch Spüli und Gewürze ab und machen uns auf zu einer Bäckerei.

Da hocken wir stundenlang. Reden über Tauben (Kann man die braten?) und über die Geschichte Tschechiens (Was war nochmal der Prager Fenstersturz)? Belegte Brötchen und heiße Getränke begleiten unsere Gedanken. Ein Sonntagmorgen in Slow Motion.
Ohne Sprints, ohne Hauruck geht es zum Prager Hauptbahnhof. An Gleis 7J wartet ein blau-weißer Regiojet auf uns. Das Ziel? Budweis im Süden Tschechiens. Budweis? Ja, genau, das ist eigentlich eine Biermarke, aber auch ein guter Ausgangspunkt, um weiterzuziehen, Richtung Süden.
Böhmen im Abendglanz. Erinnert uns an den Schwarzwald, nur mit mehr Weizenfeldern. Die Kilometer zerfließen, sind ja auch nur 22.

Zur Abendbrotzeit erreichen wir den Campingplatz Paradijs an der Moldau. Haben wir reserviert? Nö! Klappt trotzdem. Ein schnuckeliger Platz – mit Flatrate-Duschen ohne Marken. Wir bauen unser Schlafgemach auf und tapsen in die Moldau. Meine Laute dabei erinnern Micha an ein trächtiges Warzenschwein. Na dann… Andere Urlauber treiben neben uns in Schlauchbooten vorbei. Ahoi, rufen sie. Wir winken zurück. Guter Ort!

Im Campingplatz-Kiosk investieren wir unsere fast letzten Kronen in zwei alkoholfreie Biere. Ja, sowas gibt es sogar in Tschechien. Dazu Linsen-Bolo mit Reis, Zucchini, Möhre und Mais. Energie tanken für die Ösis morgen!
