Null Kilometer mit dem Rad
Schon himmlisch, so ein Bett mit Kopfkissen und Nachttischlämpchen. Und die Toilette nur drei Schritte statt nen halben Kilometer entfernt.
Wir schlummern und schlummern, schauen nicht auf die Uhr. Was wohl schwerer ist? Eine Palette Mehl oder unsere Beine? Hmm… nur der Hunger schiebt die Schlafmadke hoch. Ich tippe im Liegen: „Tschechisch frühstücken gut traditionell“. Google maps hat ein paar Treffer. „Spizirna1902“ überzeugt den Bauch.
Das Frühstück ist sehr fein: schlonziges Rührei mit Spinat, Brot, Salat, dazu Joghurt und einen Topf heiße Schoki und Latte Macchiato.
Zwischen Genuss und Geradeausgucken schrauben wir an der Route. Wohin als Nächstes? Der Plan: ein Zug in den Süden Tschechiens zu nehmen und dann weiter mit Rad. So kommen wir bisschen schneller vorwärts und haben am Ende vielleicht noch Zeit für Wellness. Mal gucken.

Aber erstmal Prag entdecken. Zu Fuß, nur mit Lenkertasche. Vorbei an imposanten Gebäuden mit Verzierungen in jeder Ritze. Die Hauptfarben: Ocker, Eierlikör, Sand. Hier steckt Geld. Alles sauber, kein Müll, keine Urinnote – wie in anderen Großstädten. Dafür sehr, sehr viele Touristen. Und Junggesellen-Truppen aka wilde Männer-Horden.


Das schreckt uns etwas ab. Wir verschanzen uns in einer Brauerei und schlürfen einen Humpen Bier: „Pilsener Urquell“. Das heißt hier wirklich so. Im Magen ist auch wieder Platz – für ein tschechisches Gericht: Schweinewürfel, Weißkraut und Knödel. Nebenbei spielen wir Karten und sind minimal beduselt.

Zurück im Airbnb füllen wir wieder unsere Radtaschen. Spülen unser Geschirr, hängen die Wäsche ab und widmen uns der letzten Mission: eine Bar mit Live-Übertragung der Frauen-EM finden. Go Německo!