Tag 3: So Matsch!

95 Kilometer: Holany-Pampa-Netvorice-Prag

Regen beim Einschlafen, Regen beim Aufwachen. Zelt nass, Luftmatratze von unten nass, Schuhe nass. Wir nehmen die überdachte Bar in Beschlag und breiten unser gesamtes Schlafzimmer aus. Die Luft ist feucht. Es trocknet nicht wirklich, wird aber auch nicht nasser. Nicht ideal, aber kein Weltuntergang.

Zwei Schalen Müsli und dann die Nacht bezahlen. 250 Kronen und ein paar weitere Krönchen für die Duschmarken, umgerechnet rund 12 Euro für uns zwei. Richtiges Schnäppchen.

Wir satteln unsere tropfenden Esel und trotzen Schotter und Schauern. So viel Pampa um uns herum. Kaum Menschen, dafür immer wieder kleine Knusperhäuschen mit roten Holzrahmen und schwarz-weißen Fassadenbalken. Und Ruinen. Tschechien, ein Industrieland?! Im Nordwesten eher nicht.

Nach rund 50 Kilometern ist der Bauch leer und der Po steht kurz vor dem Kollaps. Zumindest bei mir. Micha machen bissle die Knie zu schaffen. Höchste Zeit, anzuhalten. Im letzten größeren Ort vor Prag decken wir uns bei einem Döner ein. Wieder nur 11 Euro für zwei fette Yufkas mit Getränken.

Die Energie kommt zurück. Was tun? Noch 30 Kilometer bis Prag. Fahren wir mit dem Zug oder mit dem Rad weiter? Wir entscheiden uns fürs Strampeln. Mit Zwischenstops. Zum Beispiel beim Softeis-Stand. Davon gibt es fast an jeder Ecke welche. So gut. Wieder nur 1,80 für diese Schönheiten. Micha zahlt mit einem Tausender (etwa 41 Euro). Nix Kleingeld. Die Verkäuferin blättert das Wechselgeld hin. Wir schlecken und ziehen weiter.

Die Wege sind ziemlich schlammig. Es spritzt. Ein Modderhaufen rutscht von meinem Knie zum Knöchel. Zum Glück bin ich keine Prinzessin. Auch die Räder bekommen eine Schlammpackung ab. Es knirscht, die Bremsen protestieren. Kurz vor Prag gibt‘s einen Waschgang. Gutes Gefühl. Alles flutscht wieder.

Wir rollen mit Abendsonne im Rücken in Prag ein. Erster Eindruck: super lebendig. Aber bevor wir darauf anstoßen – na klar, mit einem perlenden Pivo – geht es ins Airbnb. Räder mit in den Aufzug und die Bude auseinandernehmen: Zelt trocknen, Schlamm wegspülen, Geräte aufladen. Ein kleines Paradies, sogar mit Waschmaschine.

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