75 Kilometer, 1080 Höhenmeter: Arrens Marsous – Col Soulor – Col Aubisque – Oloron Sainte Marie
Kein guter Start heute Morgen: Es ist kalt und grau, und dann schifft es auch noch. Das Zelt ist einfach nur ein nasser Lappen. Naja. Falten, verstauen, hoffen. Auch unsere Klamotten sind klamm. Wir hatten vorgestern Abend eine Waschmaschine angeschmissen, aber das Zeug ist immer noch nicht trocken. Können es erst abends aufhängen, aber die Luftfeuchtigkeit lag zuletzt bei 97 Prozent. Viele Baustellen. Auch in meinem Magen. Die Gemüsetaler aus dem TK-Regal wollen auf jeden Fall in einem anderen Aggregatzustand wieder raus. Ungünstig!
Zum Glück lassen wir das Tal der Tropfen und Tränen schnell hinter uns. Es klart wieder auf. Die Luft ist frisch gewaschen und die Grüntöne leuchten uns an.

Nebel schwebt gen Himmel und wir schweben mit. Zum Gebirgspass Col du Soulor (1.474 Hm) – eine beliebte Tour de France-Strecke übrigens. Ein entspannter Esel mit X-Beinen und Pediküre-Bedarf gesellt sich zu uns. Ist der ausgebüchst? Lebt er ohne Herrchen oder Frauchen? Keine Ahnung. Auf jeden Fall weiß er genau, was zu tun ist: nämlich posen. Gipfelesel neben Drahteseln. Episch! Das wird eingerahmt!

Nach ein paar Knuddeleien (meine Radhandschuhe sind vollkommen eingestaubt) schwingen wir uns wieder auf unsere Räder. Einen Gebirgspass gibt es noch zu knacken, den Col d‘Aubisque (1.709 Hm)! Die Strecke verdient einen Schönheitspreis! Wir kommen aus dem Knipsen gar nicht mehr raus. Bauen spontan noch ein Kuh-Shooting ein und sind einfach nur berauscht von Farben und Felsen.









Ganz oben gönnen wir uns erstmal eine Limo und nutzen Wind und Sonne für unsere nassen Sachen. Bei einer Bar breiten wir unseren gesamten Hausstand aus. Auf dem Tisch trocknen Schlüppis und Socken. Das Zelt schlackert auf einem Rasenfetzen wieder trocken. Gutes Gefühl!

Mit teilweise 50km/h lassen wir die Berge hinter uns. Es geht wieder in ein Tal – ein sehr langgezogenes. Po und Beine wollen gerne eine Couch. Gibt es aber nicht. Jetzt heißt es, einfach Kilometer runterspulen und ankommen. Das Motivierende: Wir haben ein Rendezvous – mit der wunderbaren Juliane. Unsere gemeinsame Freundin wird Teil der Crew! Juhu! Das Ziel: Meer, Meer, Meer!