Mit dem Auto nach Carla Blaye
Wieder eine Nacht im Wohnwagen? Uh nee. Zu stickig, zu rumpelig. Ich will zurück ins Zelt. Gestern Abend bin ich umgezogen. In den Garten meiner Freundin. Weichstes Gras. Beflügelnde Träume. War in der Startelf der Frauenfußballnationalmannschaft. Mama, mach den Fernseher an, lag auf meinen Lippen beim Aufwachen – und irrer Stolz. Aber genug der Faselei.
Ein „freier“ Tag ohne Rad. Was machen wir denn da? Wie wäre es mit Lesen? Joa, und dann?! Von Carla Blaye sprechen hier alle. Das ist keine hippe Sängerin, sondern der Name eines Künstlerdorfs. Mélanie hat Meeting-Pause und will mit. Aber ich soll fahren. Puh, das ist lange her. Außerdem hat ihr alter Renault-Kastenwagen so viel Feingefühl wie ne Kettensäge.
Irgendwie kommen wir an. Das Dorf ist ein großes Atelier. Galerie an Galerie. Hüte aus Weinbergblättern, Kunstwerke aus verbogenen Löffeln, angestaubte Strick-Skulpturen. Und natürlich viele Gemälde. Die uns total einschläfern. Wir gähnen durch die Gassen, sind hundemüde. Das hat man davon, wenn man vom Sattel absteigt. Kein Ziel, keine Energie.



Wie Schlafwandlerinnen schlurfen wir zurück zum Auto. Besorgen auf dem Rückweg noch Zutaten für Pizza. Ann-Sophie und ich kneten, schneiden, drapieren. Mélanie brütet weiter über ihrem Hausprojekt.

Nach der Pizza sind die Hummeln wieder da und die Vorfreude auf morgen. Früh aufstehen, frühstücken, Leinen los. Unterwegs sein statt Tourimodus!