Tag 34: Strampeln für die Freundschaft

77 Kilometer: Ornolac-Ussat-les-Bains – Foix – Sainte Croix Volvestre

Ein besonderer Tag mit einem besonderen Ziel: Mélanie heißt es. Meine Gastschwester aus der Nähe von Toulouse. In der 10. Klasse habe ich zwei Monate ihre Familie belagert. Ein aufregendes und so bereicherndes Kapitel. Schon lange her, aber die Freundschaft hat keine Falten bekommen.

Pubertät, erster Freund, der 30. Geburtstag – wir teilen unsere Leben. Und schon so oft war meine französische Schwester bei mir, ob in Paris, Papenburg oder Freiburg. Jetzt bin ich dran. Und zwar mit dem Rad. Als Liebesbeweis. Mélanie hat überhaupt erst diese gesamte Reise entfacht. Aber alles auf Anfang.

Ann-Sophie und ich schälen uns aus den Schlafsäcken. Über uns keine Sonne, sondern Wolken. Das ist neu. Wir radeln los und sind ziemlich entfesselt. Kleiner Zwischenstopp in einem Café, danach weiter alle Zeichen auf Speed.

Gelbwesten, äh Gelbblusen, on tour.

Die Landschaft namens Ariège ist gefühlt menschenleer. Feucht und ultra grün. Die Bluetooth-Box hat ihren großen Auftritt. Wir beschallen die lokalen Kühe mit Adele, Miley Cyrus und Radiohead. Die Gegend wird immer einsamer und in einer Sackgasse ist es dann soweit: Sie haben ihr Ziel erreicht. Da steht sie, die gute Mélanie. Küsse, Umarmung, Geplapper.

Angekommen!
Alles für den Schleudergang!

Gemeinsam mit ihrem Partner/Freund/Seelenverwandten (Status ungeklärt) gehen wir Nacktbaden und entdecken ein verlassenes Haus. Mélanie ist schockverliebt. Genau so etwas sucht sie mit ihren Freunden. Und die lassen gar nicht lange auf sich warten. Gegen Abend trudelt die Bande ein und wir mampfen Ratatouille und trinken selbstgemachte Kombucha mit Lavendel-Geschmack. Da bleiben wir doch gerne ein paar Tage und tanken auf!

Mélanie ist die Lady mit den kurzen Haaren.

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