Tag 31: Teer-Träume

65 Kilometer, 1.170 Höhenmeter: Camping Naturiste du Mas de la Bauma – Villefranche de Conflent – Escoro Camping Locomotive

Zurück in die Zivilisation, zurück in die Rad-Kutte. Ciao, Nudisten! Rendezvous nächsten Sommer. Vielleicht.

Trotz Rotwein, Lasagne, Käse und Viennetta-Eis gestern Abend gelingt es uns, die Schwerkraft zu überwinden und aufzustehen. Um 6:30 Uhr schon. Morgens radelt es sich einfach am besten.

Wir haben wieder Premiumware unterm Reifen: glatter, frischer Asphalt ohne Blessuren. Ein Träumchen!

Die kleine Passstraße schenkt uns wunderschöne Aussichten, wie aus dem Burgfenster einer Prinzessin. Endlich wieder „richtige“ Berge vor der Linse. Zum Beispiel den Canigou mit 2.785 Metern. Unfassbar. Die Spitze ist karg und mausgrau. Da wächst nüscht mehr. Ganz anders unten im Tal.

Es sprießt auf Kiwi- und Pfirsich-Plantagen, bisschen weiter plätschert das reißende Flüsschen namens La Têt.

Bevor wir die letzten 600 Höhenmeter des Tages wegschwitzen, sage ich zu Ann-Sophie: Komm, da legen wir uns jetzt rein. Die Sandalen bleiben an – für den Grip – sonst nackig. Grüße ans Camp naturiste gehen raus. Wellness für umme. Lebensverlängernd!

Die letzten Kilometer ziehen sich wie Kaugummi. Mein Hintern ist kurz vor klinisch tot. Wir beißen die Zähne zusammen und träumen von Eiswürfel-Massagen. In unserem Delirium trudeln wir La locomotive ein, einem Campingplatz mit Outdoorküche und Hollywoodschaukel.

Und wenn sie nicht schon wieder losgefahren sind, dann sitzen sie da noch heute… (für Grammatik übernehme ich keine Gewähr).

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