20 Kilometer: Campingplatz-Saintes Maries de la Mer hin und zurück
8:20 Uhr, Umzug mit der Hütte in den Schatten. Unter einen Feigenbaum. Noch ein paar Minuten Seele baumeln lassen, dann Zeltflucht. Die Sonne hat sich einen Weg durch die Blätter gebahnt. Die Körperkonturen zerfließen.
Durch die Camargue latschen? Nein, Danke. Lieber zu einem schmucken Café radeln und das Betriebssystem runterkühlen. Im Küstenort Saintes Maries de la Mer kehren wir bei La Suite ein.

Zwei glänzende, gelbe Flecken auf herrschaftlichen Korbstühlen. Stundenlang nippen wir an der Ladde mit Eiswürfeln. Aus den Boxen: erst Swing-Mucke, dann französische Schlager. Auch eine Interpretation von Griechischer Wein. Funky!
Der Kellner ist hier gleichzeitig auch der Koch. Das Verrückte: Der rundliche Typ mit den silbergrauen, zurückgekämmten Haaren hat schon in einem Restaurant in Obermünstertal bei Freiburg gearbeitet. Romantik-Hotel Spielweg. Gute Adresse. Genauso wie sein eigener Laden.
Ausgeruht und fröhlich fallen wir bei der Bäckerei nebenan ein und genehmigen uns ein paar Teilchen. Danach werfen wir uns in die Wellen.

Zurück beim Campingplatz schicke ich mein Rad unter die Outdoor-Dusche. Au revoir, Staub und Sand. Dann mache ich mich ans „Kochen“. Es gibt rote Beete mit Bohnen. Wir wollen richtig Proteine inhalieren. Ich schnibbel, Ann-Sophie tippt. Sie muss noch einen Essay zu Ende schreiben. Und schleppt dafür extra den Laptop mit. Tough!

Während wir dinieren, zieht richtig Wind auf. Plötzlich flattert mein Zelt weg. Schnell Heringe rausfummeln und alles sichern.
Vor den dicken Tropfen retten wir uns ins Badhäuschen. Zeit, das Ameisen-Völkchen aus meiner Kulturtasche herauszuschmeißen, mal wieder Zahnseide zu nutzen und Fingernägel zu schneiden. Der Regen hämmert immer heftiger auf das Wellblechdach. Ann-Sophie startet eine Flitzer-Aktion. Ich muss so lachen und ersticke fast am Zahnputzschaum. Herrlich! Danach 100 Prozent Gemütlichkeit im Zelt. Alles trocken geblieben.
PS.: Nach dem Beach treffen wir nochmal den Kellner/Koch. Er bietet uns Jobs an, wir könnten direkt bei ihm anfangen. Oder nächsten Sommer. Wir wüssten ja jetzt, wo wir ihn fänden 🙂