In Cassis herumcruisen
Meine Oberschenkel fühlen sich an wie Klötze. Immer noch. Obwohl die letzte Tour schon Tage her ist. Wandern heute? Nee nee! Lieber Beach und vorher zum Markt. Immer mittwochs und freitags in Cassis. Wollte eigentlich schon um zehn Uhr an den Ständen vorbeischleichen, hatte aber noch die Rohrreinigerin und irgendeine Sanitärfirma aus Freiburg an der Strippe. Die Toilette dahoim steht ja nicht still.

Der marché provençal – ganz hübsch. Mit vielen Oliven, Seifenstücken und Billo-Schmuck. Hole mir Oliventapenade und ein Baguette und verziehe mich in den Schatten. Endlich mal Zeit oder gar Langeweile? Ich lese die Süddeutsche Zeitung rauf und runter. In den letzten Wochen hat mein Digital-Abo schon ne fette Staubschicht angesetzt. Weg damit! Brain-spiration statt Schenkel-Schikane.
Von der einen zur anderen Schatteninsel. Zwischendurch bisschen allein gefühlt. Kein Mitleid, Freunde. Auf 14 Uhr ein Types mit Freiburg-Trikot. Ein Zeichen von oben? Auf jeden Fall hebt das die Stimmung und der Strand will erobert werden. Ups. Überall Grillhähnchen auf bunten Handtüchern. Schwimme nen Weilchen und stell die Welt auf stumm, indem ich einen Schneeengel auf dem Wasser mache. In einer ruhigen Ecke starte ich eine Pediküre-Session mit dem ultimativen Reisebegleiter: dem Bimsstein.

Fertig gebimst geht’s zurück zum Campingplatz. Duschen, Thunfisch aus der Dose angeln. In der Kneipe des Platzes flimmert die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris. Einladend. Neben mir die 15-jährige Katze des Wirtes. Sie liebt offenbar Cola und macht mit Hunden kurzen Prozess. Hier alleine fühlen? Ganz weit weg.
