Tag 11: Genießen und genießen

33 Kilometer: Oraison-Manosque-Zug nach Aix-en-Provence-weiter mit dem Rad nach Cabriès

Sonntagmorgen in der nördlichen Provence: wieder Donnergrollen am Himmel. Schlafsack adé. Jetzt muss es schnell gehen. Mit kleinen Sandkrümeln in den Augen packen wir unseren Kladderadatsch zusammen. Die ersten Tropfen stürzen runter. Während die restliche Camping-Gesellschaft noch in ihren Mobilhomes ratzt, sind wir im Notfall-Modus. Halb nass, halb trocken retten wir uns unters Dach der Sanitäranlagen. Und nun? Abwarten und umarmen. Wir feiern heute nämlich unser Einjähriges. Das Gewitter zieht durch und wir knabbern an einem Baguette. Sind noch 70 Kilometer bis Aix-en-Provence. Und dann nochmal 13 zu unserer Unterkunft. Kein Bock. Wir gönnen uns nen tiefen Zug französischer Eisenbahnkunst und radeln 20 Kilometer bis zum nächsten Bahnhof. Was für ein Luxus. Die Räder dürfen kostenlos mit.

Und da simmer. Zwei stinknormale Touris. Ohne Sonnencreme-Panade, ohne Salzkruste auf den Oberarmen. Wir parken die Räder neben einem Restaurant und schlendern durch die Provence-Schönheit. Ich habe noch nie so viele verschiedene Ocker-Töne gesehen. Die Gassen sind relativ leer, die Geschäfte zu. Wieder Regen und Krachen und Hunger. Bei einem Crêpe-Stand finden wir Schutz in einem Treppenhaus. Dort flachsen wir herum und saugen an einem Nutella-Cookie-Milchshake. Hauptsache Vitamine 🙂

Aix oder Arschloch, frotzelt Micha rum. Aix oder Cabriès? Cabriès! In dem 10.000-Seelen-Örtchen kehren wir ein. Haben eine Unterkunft reserviert, eine alte Mühle. Davon sieht man leider nichts mehr. Aber dafür überall Steckdosen, eine eigene Toilette und sogar ein Fernseher. Nur zwei Meter bis zur Dusche und neun Minuten zum Restaurant! Tschaka!

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