73 Kilometer: Lac de Sainte-Hélène-Grenoble-Varces-Allières-et-Risset

Sicherheitsleute oder Polizisten haben uns letzte Nacht in Ruhe gelassen. Allein waren wir trotzdem nicht. Im Morgengrauen brummen auf einmal zwei Männerstimmen neben unserem Zelt. Dazu ein geräuschvoller Luftschwung. Mein Pippigang löst das Rätsel auf: Es sind zwei Angler – Vater und Sohn – die herumfuchteln. „No kill“, sagen sie sofort. Meinen sie uns oder die Fische? Egal, Hauptsache die tun uns nichts.

Noch eine Runde aufs Ohr hinlegen, dann raus aus dem Backofen. Es ist neun Uhr und schon fast 30 Grad. Das wird heut kein Zuckerschlecken. Wir schmieren uns dick ein. Hinter den Ohren, in den Nasenlöchern, zwischen den Fußzehen. Nirgendwo Schatten. Dazu viel Landstraße mit dröhnenden LKW und buckeligen Radpassagen.


Paniert wie Schnitzel erreichen wir Grenoble. An meinen Beinen klebt ein Best of Straße: Fliegen, Splitter, Schmodder. Da muss ein Hochdruckreiniger her oder mindestens ein Campingplatz. Für nen Zwani für zwei angekokelte Nasen können wir direkt neben dem Vercors-Nationalpark pennen. Ein Berg sieht aus wie ein grünes Toblerone-Stück. Verstreute Rundballen flüstern: Hallo, hier ist der Sommer.


Weil morgen eine heftige Bergetappe ansteht, stärken wir uns heute Abend mit einem Fundament aus Kartoffeln und einem Himmel aus Spiegeleiern. Vorher muss aber der special Glow runtergeschrubbt werden!