Tag 7: Schönste – aber sowas von!

87 Kilometer: Sévrier-Albertville-Lac de Saint Hélène

Gibt es schönere Radwege als den heutigen? Nö! Vom türkisblauen Annecy-See entlang der mitreißenden Isère in den Hochsavoyen. Ein breites Tal mit flauschigen und schroffen Berghängen. Zwischendurch lugt ein Gletscher hervor.

Tête à tête mit den Westalpen. Paraglider zeichnen bunte Bögen ins Blau. Kaum Autos, nur Sonnenblumen und Maisstauden stehen Spalier. Halleluja! Solche Routen elektrisieren. Unseren Rädern wachsen Motoren, wir geben richtig Stoff. Die Strecke ist flach und die Beine sind hungrig.

Hallo Albert! Ville!

Erster Stopp in Albertville. Eine Stadt mit 20.000 Leuten. Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1992. Olympisch auch die Ausmaße des örtlichen Lidls. Wir dürfen die Toilette der Lidlianer mitbenutzen. Dort lassen wir diskret eine Klopapier-Rolle mitgehen. Wie Bonnie und Clyde inmitten von Wühltischen. Wir verlassen das Etablissement, ohne aufzufliegen. Strike! Klopapier ist übrigens sehr wichtig. Auf vielen öffentlichen Toiletten gibt’s noch nicht mal ne Klobrille und im Gebüsch pinkelt es sich mit Rolle auch einfach schöner. So viel dazu. Es folgen unkontrollierte Lachanfälle meinerseits und unkontrollierte Schlager-Gesänge von Michas Seite. Wir sind beflügelt – von Liebe und Luft. Doch genau die geht uns aus. Micha hat nen Plattfuß. Vorne und hinten. Sechs Kilometer vorm Ziel. Micha flickt das erste Löchlein, braucht aber viel Bar, um das andere Löchlein zu hören. Die nächste Tanke hat leider keinen Luftdruck. Ich spreche wahllos einen Typen an, dessen Vater einen Kompressor hat. Jackpot!

Mit viel Luft steuern wir einen wahnsinnig schönen See an. Nüscht los. Hoffentlich kommen hier keine Schweizer Security Guards vorbei. Wir werden es sehen…

Hinterlasse einen Kommentar