Tag 2: Wettest Look ever

75 Kilometer: Istein am Rhein-Basel-Delémont-Saulcy

Wo nur anfangen? Beim Dauer-Wet-Look, den Blitzen am Himmel oder der unglaublichen Rettungsaktion durch einen Schweizer?

Den lieben langen Tag nur Tropfen. Überall. Wir hüpfen von der einen zur anderen Markise und beobachten das Leben in den westlichen Schweiz-Käffern – mit dem taumelnden Optimismus: Guck mal, da hinten klart es doch wieder auf. Regenpausen sind rar und die Füße in den Sandalen lösen sich allmählich auf. Aber alles halb so wild. Solange es bergauf geht, bleibt der Speck warm.

So richtig heiß wird’s auf den letzten fünf Kilometern. 14 Prozent Steigung! Kein Entkommen. Freund Micha nuckelt an seinem Honigfläschchen, ich ziehe mir Überreste eines Proteinriegels rein. Okay, los jetzt!

Bei Kilometer drei der Monstersteigung (70km hatten unsere Beine bis dato schon weggeflext!) wieder mehr Dusche von oben. Plötzlich hält ein weißes Auto. Der Fahrer steigt aus und winkt uns zu. Ich dachte: Das ist der Raphaël, unser Airbnb-Gastgeber. Nee nee! Das war…? Name unbekannt. Ein Biker, den wir zuvor beim Warten an einem Bahnübergang kurz kennengelernt hatten. Unglaublich. Er will uns hochfahren. Es schüttet total, Nebel in den Wipfeln, ein Sturzbach auf der abschüssigen Straße. Wir sagen zu. Im strömenden Regen lädt das Engelchen unsere Räder auf den Halter hinterm Kofferraum und kutschiert uns bis vor die Airbnb-Haustür. Wir wollen uns unbedingt erkenntlich zeigen. Immerhin haben wir seine Sitze vollgetrieft. Aber zehn Euro und einen Snickers lehnt unser Retter vehement ab. Er steckt uns obendrein noch seine Nummer zu. Wenn mal etwas sein sollte. Wie nett kann ein Mensch sein?

Beim Airbnb angekommen, geht’s Oneway zur heißen Dusche. Wir dürfen eine Waschmaschine starten und die Küche mitbenutzen. Was würden wir jetzt für eine fettige Pizza tun? Weil totale Pampa, kochen wir unseren Quinoa mit Gemüse und laden ganz langsam die Batterien wieder auf. Michas letzte Worte als Fast-Vegetarier: Wenn hier jetzt ein Schnitzel herumliegen würde, ich würde essen. Guten!

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