Tag 89: Im Schleudergang durch den Kaukasus

Tiflis-Omalo

So richtig warm werden wir mit Tiflis nicht, noch nicht. Ist wie bei einem Herd, bei dem zwei von vier Platten kaputt sind. Irgendwie funzt und funkt es nicht. So viele Autos, so fette Straßen, so viele junge, gestylte Leute in so vielen jungen, gestylten Cafés. Einmal Tiflis authentisch, bitte mit einem Schuss Sahne!

Auch wenn es hübsche Ecken mit urigen Bäckereien, Gässchen und Hinterhöfen gibt: Wir wollen in die Natur. Wir wollen Kaukasus! Aber ohne Rad, dafür mit Trekking-Rucksack. Meinen Esel durfte ich im Hotel lassen.

Bergdörfer statt City life: Tuschetien heißt das Zauberwort. Die östliche Region Georgiens steht für ein Am-Ende-der-Welt-Gefühl. Abgeschieden, unberührt, sagenumwoben. Genau hier wollen Oli und ich ein paar Tage wandern und viel Grün einsaugen. Ann-Sophie fährt morgen los.

Für die ersten Nächte haben wir ein Zimmer in einem Guesthouse in Omalo gebucht. Der Inhaber, zufällig auch gerade in Tiflis, chauffiert uns für einen Freundschaftspreis (90 Euro) hoch. Erst zwei Stunden Asphalt, dann vier Stunden Schotter und Geröll. Der Mitsubishi kraxelt sich nach oben. Schwenkt nach rechts, nach links, rein ins Loch, wieder raus, über Felsbrocken. Krawumm. Wir schleudern mit. Mal dötzt meine Stirn gegen die Scheibe, mal hebt eine Pobacke ab. Die Organe werden neu sortiert. Immer wieder denke ich: Gleich muss ich reihern. Aber nix passiert. Die eingeklemmten Kotztüten im Sitz vor mir kommen nicht zum Einsatz. Vielleicht wegen der guten Ablenkung. Diese wunderschönen Berge. Als hätte jemand ein grünes Samttuch drübergelegt, das Falten wirft. Photos folgen…WLAN ist hier im Gegensatz zu allem anderen nicht so dolle.

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