
Ein Tag im Zeichen der Schönheit. Um 11 Uhr haben unsere Füße ein Rendezvous bei Musti Kuaför. Musti hat schon die Mähne von Ann-Sophie gestutzt. Vertrauenswürdiger Typ, der sein Handwerk beherrscht. Wir bestellen zweimal Pediküre mit Lackanstrich. Premiere für uns zwei.
Nach einem Fußbad knöpft sich Mustis Kosmetikerin meine Füße vor. Eine Großbaustelle! Im Kampf gegen meine Hornhaut hilft nur noch Schmirgelpapier. Okay, too much information. Auf jeden Fall wird gefeilt, geknipst, gehobelt. Zackzack. Noch ein paar Pinselstriche und die Flossen sehen wieder manierlich aus.
200 Meter weiter geht das Beauty-Programm in Runde zwei. Im Ağa Hamam. Erbaut im Jahre 1454. Marmorsäulen, dunkle Holzkabinen, sonnenblumengelbe Kuppel. In einem hellen Raum mit Waschbecken erwartet uns eine heiße Platte. Darauf sollen wir erstmal ne halbe Stunde chillen. Danach geht es in die Waschanlage. Leicht bekleidete Damen rubbeln uns mit rauen Handschuhen ab. Von Kopf bis Fuß! Auf meiner Haut bleiben kleine, braune Würstchen kleben. Geht jetzt meine Bräune flöten? Nee, keine Sorge. Aber krass, was da alles weggeschrubbt wird. Das Einseifen ist das Beste. Der Schaum blubbert in meinen Nasenlöchern und knistert. Mit einem Teller schüttet die kleine Lady neben mir immer wieder Wasser auf mich. Bis kein Schaum mehr da ist. Wir sind bereit für die Öl-Massage. Komplett einbalsamiert im Schummerlicht. 20 kostbare Minuten – nach der ganzen Radelei. Bisschen Augenpflege auf den Liegen und dann zurück auf die Straße.

Schönheit ist so eine Sache in der Türkei. Wir sehen viele Menschen mit Verbänden auf der Nase und am Kopf. Kommen gerade zum Beispiel von einer Haartransplantation. Die Türkei ist voll der Hotspot für billige Schönheitsoperationen. Laut einer Recherche des Magazins Panorama kamen im Jahr 2020 244.000 ausländische Touris in die Türkei für Beauty-Op‘s. So viele wie in keinem anderen Land in Europa und Asien.
Wir machen uns einen kleinen Spaß und klatschen uns Tape ins Gesicht. Die Story: Ann-Sophie hat sich das rechte Ohr anlegen lassen und ich hab etwas an der Nase machen lassen. Als uns Henri später sieht: Verwirrung und Entsetzen in seinen Augen. Er stellt viele Fragen, kauft uns die Geschichte aber ab. Irgendwann fängt das Tape aufm Zinken an zu jucken, wir lösen die Story auf. Henri lacht aus vollem Herzen. Auf der Fähre zur asiatischen Seite. Der Wind wird neue Flausen zu uns rüberwehen!
