Mit einem Ruhepuls durch Thessaloniki. Es ist Sonntag. In den Gassen entlang der historischen Stadtmauer liegt Entspannung in der Luft. Viele Geschäfte wegen des Feiertags geschlossen. Mehr Katzen als Menschen in den Sträßchen. Ich genieße das ziellose Schlendern. Mein Bauchgefühl übernimmt die Navigation. Keine App. Ich genehmige mir ein feines Frühstück und mehrere Cappuccini freddi (?).

Immer wieder schwappt Musik durch die geschlossenen Fensterläden-Schlitze. Ich lehne mich an die Fensterbank und stelle mir die Person hinter den Mauern vor. Vielleicht gerade bei der Siesta?!
Der Spaziergang durch Thessaloniki ist eine Zick-Zack-Reise durch die Jahrhunderte. Archäologische Schmuckstücke des römischen Kaisers Galerius neben schickem Plattenbau. Mittelalterliche Befestigungsanlagen neben LED-Straßenlaternen. Ich mag ja solche Clashs.


In einer Kneipe mit Terrasse fülle ich meine Wasserspeicher wieder auf. Am Nebentisch zockt eine Mutti mit ihrem Sohnemann Backgammon. Als ein Spielstein runterpurzelt, ergreife ich die Chance, spreche sie an und lasse mir die Regeln erklären. Der kleine Mann namens Jason verliert gerade. Die Stimmung könnte besser sein. Ich verziehe mich mal wieder und schmökere ein bisschen. Mir fällt auf, dass sich viele Leute vor dem Haus gegenüber fotografieren lassen. Beiger Putz, braune Fensterläden. Was soll daran besonders sein? Ich finde heraus, dass Kemal Atatürk, der türkische Staatsgründer, 1881 hier geboren wurde. Damals noch Osmanisches Reich. Oha.
Ganz schön viele Erlebnisse für einen Ruhetag! Am Abend hauen wir nochmal edel rein – im Ergon Agora – und steuern dann das Bubuland an.
