41 Kilometer: Lin-Pogradec-Grenzübergang Nordmazedonien-Trpejca

Vbhhvfffffzz. Das hat mein Bauch gerade getippt. Wir chillen auf den Liegen in diesem spottbilligen Ressort am Ohridsee. Energielevel ist ziemlich low. War es der Regen gestern oder der Gerölltag? Auf jeden Fall sind wir ganz schön platt und ausgepowert. Ich habe schon Augenringe. Obwohl ich gar nicht so schlecht schlafe.
In den nächsten Tagen wollen wir die Kilometer runterschrauben und früher irgendwo ankommen. Um 17 statt 19 Uhr.
Ich hoffe, dass ich es rechtzeitig bis zur Schwarzmeer-Fähre in Burgas (Bulgarien) schaffe. Der große Dampfer fährt voraussichtlich am 16. September ab. Bis dahin sind es noch round about 1.400 Kilometer. Eigentlich machbar. Zur Not gibt es immer Busse. Aber mein Dickköpfchen wehrt sich dagegen. Schauen wir mal.
Die guten Vorsätze, unter anderem weniger Stoff auf der Strecke zu geben, setzen wir gleich in die Tat um. Auf der to-bike-Liste heute: nur 40 Kilometer. Kurzer Boxenstopp nach drei Kilometern: Meinem Vorderrad geht die Puste aus. Ich habe meinen ersten Platten. Ein Dorn oder ein Splitter steckt im unplattbaren (!) Mantel. Schon abgefahren, Schotterpisten haben die Reifen überlebt, aber ein winziger Stachel auf einer neuen Teerstraße bremst mein Rad aus. Naja. Kein Grund zur Panik. Wir suchen ein Schattenplätzchen und flicken den Patienten.

In Pogradec, einer Stadt kurz vor der nordmazedonischen Grenze, investieren wir alle restlichen, albanischen Lek in feine Produkte: Spaghetti, Gemüse, Kekse, Brot, Schafskäse und noch zwei Äpfel. Danach sind wir blank. Kein Bargeld mehr. So reisen wir in Nordmazedonien ein. In einem Dorf am Ohridsee können wir bei einer Schule zelten. Die Bewohner sagen: Dort ist‘s sicher!
