Tag 53: Bundestraßen-Blues in AlBENZien

74 Kilometer, 1.300 Höhenmeter: Bradashesh-Elbassan-Lin (Ohridsee)

Kein Nationalpark, keine idyllischen Dorfstraßen, kein Wald, nur schnöde Bundesstraße heute auf unserem Fahrplan. Alles, was Reifen hat, donnert an uns vorbei. Darunter viele Mercedes Benz. Alte E-Klassen in Silber, Grau oder auch Grün verschrammelt. Albanien scheint ein riesiger Gnadenhof für ausrangierte Benz aus aller Welt zu sein. Wenn ihre Zeit zum Beispiel in Deutschland abgelaufen ist, fahren sie in Albanien in ihrem dritten, vierten, fünften Leben einfach weiter. Auch Mercedes-Sprinter sind heiß begehrt. So viele Transporter pesen an uns vorbei, teilweise mit kuriosen Aufschriften „Backwaren Winkler“ oder „Käseladen Huber“. Nicht selten nebelt uns eine schwarze Auspuffwolke komplett ein. Umweltplaketten – würde sie es hier geben – wären wohl oft dunkelrot oder am besten gleich pechschwarz.

Den Smog einzuatmen ist natürlich nicht so prickelnd. Und dann regnet es auch noch. Die Regenjacke ist doppelt nass. Regen von außen, Schweiß von innen. Mit Wind wird’s auch noch kalt. Meine Fußzehen sind weiß und aufgeweicht.

Zehn Kilometer vor unserem Ziel beschließe ich ganz undemokratisch, dass wir uns ein Hotelzimmer nehmen. Auf booking.com finde ich etwas in einem Fünf-Sterne-Ressort, direkt am Ohridsee. 18 Euro für ein Doppelzimmer mit Frühstück. Was sind das für Preise?!? Hier muss Geldwäsche im Spiel sein. Naja, was soll’s. Wir können duschen und uns wieder aufwärmen.

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