51 Kilometer: Tirana-Bradashesh

Was für ein Tag! Dreck, Schotter, singende Albanier. Dabei fing alles so harmlos an. Mit dem Hotelfrühstück im Bauch haben wir uns erstmal aus der albanischen Hauptstadt herausgeschält. Der Horizont wurde langsam wieder grün und bergig. Dörfer, freilaufende Hühner, Esel.
Aus einer Kneipe kommt Musik. Wir steigen von den Bikes und lauschen angelehnt am Türrahmen. Ein kleinerer Herr klopft inbrünstig auf sein Tamburin ein. Seine Haut ist ganz gegerbt. Er singt, tanzt und genießt unsere neugierigen Blicke. Neben ihm, ein Akkordeonist. Fröhlichkeit in ihren Augen, vor allem bei dem kleinen Mann. Er animiert alle zum Tanzen. Auch uns. An jeder Hand, eine Lady. Schritt nach hinten, bisschen hopsen, Schritt nach vorne. sind etwas unbeholfen. Auch wegen unserer Teva-Sandalen. Die Dinger vernichten einfach jede Eleganz.
Nach dem Tanz ist vor dem Tanz. Auf dem Rad. Der Asphalt verabschiedet sich und die Schotterpiste beginnt. So große Felsbrocken und Schlamm. Wir leiden. Unsere Navi-App Komoot bekommt einen Beschwerdebrief!! Kleine Aufhellung: eine Schildkröte im Gegenverkehr. So süß. Und ganz schön schwer, so eine gepanzerte Kröte.



Dann plötzlich krasses Gewummere. Ein Pickup biegt um die Ecke und kämpft sich zu uns hoch. Wir fragen den Fahrer, ob er uns mitnimmt. Ja, er tut es! Wir landen mit den Rädern auf der Ladefläche. Gut festhalten! Wir werden voll durchgeschüttelt. Schlammlöcher und Geröll, mit der Karre alles kein Problem mehr! Die Pumpe geht trotzdem. Links und rechts geht es klippenartig runter!

Nach so viel Aufregung wollen wir nur noch angekommen. Da ist ein Campingplatz neben der Straße schon Luxus! Nudeln mit Pesto rein und gute Nacht!