Der Fokus kann ja nicht immer nur auf Kilometer und Magenfüllungen liegen. Heute gönnen wir uns Kültür. Wir radeln acht Kilometer bis zum Bunkermuseum in Tirana. Die letzten Meter führen durch einen schmalen Tunnel, feucht und sandig.


Der BunkerArt 2 am Rande der Hauptstadt gehört zu rund 170.000 Bunkern im gesamten Land. Enver Hoxha, jahrzehntelanger kommunistischer Diktator, war Mitte der 70er Jahre voll im Bunker-Wahn (als die Beziehungen zur Sowjetunion abbrachen) und ließ Tonnen an Beton im Untergrund versenken. Inspiriert von den Nordkoreanern, die ihr Regierungsviertel untertunnelten.
Auf unserer Tour durch Albanien habe ich schon einige Bunkerdeckel gesehen. Sie ähneln überdimensionalen Servierglocken aus Beton. Nie hätte ich gedacht, dass sich so viele, also, Zigtausende in der Erde tummeln.
Wirklich zum Einsatz kamen die Bunker nie. In manchen dreht sich heute eine Diskokugel. Andere gammeln vor sich hin. Apropos: Die Luft im Bunker: eher so stehend. Dazu ein Geruch, zwischen angeschimmelt und Alt-Herren-Duft. Wir gehen dann mal wieder. Zurück ins Leben.
Wir treffen uns mit zwei französischen Bikern auf ein Bier. Danach Chips und Limo holen und ab zum OpenAir-Kino. Es läuft: Der Fluch der Karibik. Auf Englisch. Hab ich schon ewig nicht mehr gesehen. Also zurücklehnen und knabbern. Morgen hat uns die Wildnis zurück!
