45 Kilometer: Mikulici (Kroatien)-Grenzübergang Montenegro-Stoliv

Im Moment wechseln wir die Länder fast häufiger als unsere Unterwäsche. Nach einem Mittagessen in Bosnien-Herzegowina und einer Nacht in Kroatien tragen uns unsere Räder heute nach Montenegro. Die Küstenlinie ist so schön geschwungen – wie eine tauchende Meerjungfrau. Die Berge sind viel schroffer als in Kroatien. Grau, steinig, sehr steil. Sie ragen aus dem Meer und schenken unseren Augen ein Postkarten-Motiv nach dem anderen. Unten glattgebügeltes Wasser, oben faltige Felswände. In der Abendsonne, großes Kino!
Für nen Euro gönnen wir uns eine kurze Fährfahrt in der Bucht von Kotor. Spart Schweiß und Kilometer. Denn heute wollen wir es gemütlich angehen lassen. Ist ja auch Sonntag. Ein Steg hinter mehreren geparkten Autos lacht uns beim Vorbeihuschen an. Wir fragen einen älteren Herren, der vor seinem Haus chillt, ob wir dort zelten dürfen. Er versteht nix, reicht uns aber ein Stück von seiner Wassermelone. Die Enkelin spricht ein bisschen Englisch und genehmigt unseren Stellplatz. Erste Reihe, direkt am Wasser. Dazu einen heißen Maiskolben vom Stand nebenan. Montenegro, du kannst was!
