95 Kilometer: Drvenik-Neum (Bosnien-Herzegowina)-Sladenovici (Kroatien)

Kennzeichen BIH, Hauptstadt Sarajevo, im Winter günstig Skifahren. Viel mehr weiß ich nicht über dieses Land, das mal zu Jugoslawien gehörte. Bosnien-Herzegowina, du Balkanbraut, da wären wir.
Der Polizist am Grenzübergang interessiert sich null für unsere Pässe, er winkt uns einfach nur durch. Easy. Wir rollen ganz entspannt in die größte und einzige Stadt am Meer: Neum.

Fahrräder abstellen, hinsetzen, bedienen lassen: Unser Kohldampf strandet im „Restauran Laguna“. Uns wurde gesagt, dass man in Bosnien-Herzegowina richtig günstig essen kann.
Die Landeswährung heißt „Konvertible Mark“ und rechnet sich wie die alte D-Mark. Beim Blättern durch die Speisekarte geht das dann so: „Also wenn ich einen Salat für 17 D-Mark nehme, dann wäre ich mit den Ćevapčići bei etwa 35 D-Mark, also unter 20 Euro.“ Wir klingen wie zwei Rentner*innen, die die Einführung des Euros immer noch nicht verkraftet haben. 🙂


Für umgerechnet sieben Euro knabbere ich an Kartoffeln und Ćevapčići. Die Hackfleischröllchen sehen aus wie abgehakte Finger. Mein Appetit lässt sich davon aber nicht aufhalten. Danach meldet sich wieder das Fresskoma. Ann-Sophie und ich verziehen uns in einen klimatisierten DM. Preise vergleichen. Deos und Zahnpasta sind etwas teurer. Proteinriegel etwas grünster als in Deutschland. Wir decken uns für die nächsten Tage ein.
Unser Plan für den angebrochenen Tag? Noch 20 Kilometer wegrasieren. Unterwegs passieren wir wieder den bosnisch-kroatischen Grenzübergang. So schnell hat uns Kroatien zurück. Aber nicht für lange. Montenegro zwinkert uns schon am Horizont zu!