Tag 37: Fahren und fluchen

83 Kilometer: Vraner See-Sibenik-Primorski Dolac

Nicht im Bild: schattenspendende Autobahnbrücke

Ey, ich hab keinen Bock mehr. Es ist so heiß!Kann die Sonne nicht mal ein Burnout bekommen? Wohin haben sich eigentlich alle Wolken verzogen? Und was ist mit dem Regen los? Große Lieferengpässe gerade, oder was?!

Es hilft alles nix: Wir müssen durch die Teerwüste. Am Straßenrand sehen wir immer wieder verkohlte Baum-Gerippe. Gestern soll es auf unserer Route Waldbrände gegeben haben. Heute ist alles gelöscht, der verbrannte Geruch sticht aber noch in der Nase.

Kein Wunder, dass ich noch keine einzige Nacktschnecke in Kroatien überfahren habe. Es gibt einfach keine. Zumindest nicht auf dem EuroVelo8-Radweg. Alles viel zu trocken und staubig.

Ein Stopp am Mittag in der Stadt Sibenik gleicht daher einem Oasen-Besuch. Kalte Getränke, Eiswürfel, Magnums. Wieder alle inneren Nährstoffregale auffüllen und weiter gehts. Sibenik, nur so am Rande, sehr empfehlenswert, nicht nur wegen der Eiswürfel. Historische Altstadt im venezianischen Stil. Unerwartet umgehauen worden.

Nochmal knapp 40 Kilometer durch das Sonnenfeuer. Bis wir in einem Kaff mit geöffnetem (!) Supermarkt ankommen. Wir fragen die Kunden, ob wir irgendwo zelten können. Wir sollen nicht ins hohe Gras gehen. Da könnten Schlangen unterwegs sein. Rät uns ein Typ. Ann-Sophie läuft ein paar Meter und trifft nette Locals. Wir können in ihrem Vorgarten campen. Sie haben einen Esel vor der Schlachtbank gerettet und einen liebevollen Gemüsegarten angelegt. Das können keine schlechten Menschen sein. Wir holen die Heringe raus!

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