Tag 28: Meer erhofft

66 Kilometer, 760 Höhenmeter: Trpcane-Grenzübergang (Kroatien)-Rijeka-Krk

Das ist nicht Rijeka!

Wir sind am Meer, aber cool ist es nicht. Dabei waren die Startzutaten des Tages so gut: ausgeschlafen, volle Müsli-Schale und ein spannender Tourauftakt mit Grenzübergang. Hallo Kroatien! Da wären wir. Nach 1.500 Kilometern und vier Wochen Beinarbeit. Bisschen Stolz radelt auf dem Gepäckträger schon mit.

Nach einer heftigen Schotterpisten-Session und kurvigen, engen Sträßchen fällt der Horizont in einen blauen Farbtopf! Die Adria, heiß ersehnt, endlich da.

Bis zum Meer, einfach nicht mehr bremsen.

Je näher wir der Küstenstadt Rijeka kommen, desto mehr Hochhäuser türmen sich auf. Von weitem sehen wir große, blaue Kranarme. Containerschiffe, Güterzüge, Schornsteine. Die Stadt, ein riesiger Umschlagplatz. Das Meer mildert das schroffe Stadtwesen ein bisschen ab. Aber so wirklich bleiben, wollen wir nicht. Der nächste Campingplatz liegt auf der Insel Krk. Eine Autobrücke führt dahin. Wir schenken also nochmal Höhenmeter und Kilometer nach. Kurz nach der Brücke geht es runter – zu einem Fünf-Sterne-Platz. Die klimatisierte Rezeption ist so groß wie eine halbe Turnhalle. Freundin Jacky wird mit einem Golfcar zur Zelt-Wiese kutschiert. Der Boden ist knochentrocken. Alle Heringe wehren sich und wollen nicht reinflutschen. Wir nehmen Steine zum Befestigen. Als wir duschen, plötzlich Stromausfall. Nackig öffne ich meine Kabine, um mein Shampoo zu finden. Mehr so Darkroom als leuchtender Fünf-Sterne-Campingplatz!

Immerhin ist das Meer nicht weit weg. Das Wasser ist so klar. Türkisblau. Glitzer. Sonnenuntergang. Ich esse abgelaufenes Kartoffelpüree aus der Tüte und freue mich schon, morgen wieder weiterzureiten.

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