
Komfort ist schon was Schönes. Zum Beispiel so ein Frühstücksbuffet im Hostel. Mit Palatschinken, Rührei und geschälten Früchten. Einfach nur hinpflanzen und kauen.
Beim Thema Dreckwäsche ist dann wieder mehr Eigenleistung gefragt. Meine Bike-Kluft stinkt und hat diverse Essensflecken. Unterwäsche wird auch knapp. Im Hostel gibt es leider keine Waschmaschine. Der einzige Waschsalon in Maribor ist rund vier Kilometer entfernt. Ich leere eine Radtasche und kutschiere das Gefahrengut durch die City. Die Maschinen im Salon „Speed Queen“ haben nur darauf gewartet. Um Waschmarken zu bekommen, muss ich meinen Zwanzi durch eine Wechselmaschine jagen. Lauter Coins kullern herunter. Wie auf dem Jahrmarkt. Aber nix Gewinne, Gewinne, ich Dummerchen, nur Verluste. Das Gerät spuckt kein Wechselgeld aus, steht da ja auch. Nach zehn Minuten fällt ein Engelchen vom Himmel. Eine Dame betritt den Salon. Ich sage, dass ich total stupid bin und zeige auf die silbrigen Jetons. Es stellt sich heraus, dass sie die Mutter des Waschsalon-Betreibers ist. Sie nimmt die Coins entgegen und tauscht sie in Münzen um. Was für eine Glückssträhne!


Nach 35 Minuten Waschgang und zehn Minuten Trockner-Loopings fahre ich zurück ins Hostel und freue über die duftende Wäsche auf dem Gepäckträger. Wieder alles auf null.
Freundin Jacky und ich widmen uns jetzt der Stadt vor unseren Füßen: Maribor, Europas Kulturhauptstadt 2012. Die Altstadt ist niedlich. Kleine Läden, Cafés, alte Häuser in verwinkelten Gassen. Sogar die weltweit älteste Weinrebe ist hier zuhause. Der „Blaue Kölner“ (Name Programm?) ist mehr als 400 Jahre alt und steht im Guinnessbuch der Rekorde.



Wir streifen durch die Fußgängerzone und leben die Shopping-Girls in uns aus. In einem esoterischen Laden probieren wir Kleider und Latzhosen an. Bevor wir uns einen Gemüseteller in einem Restaurant reinziehen, bekommen unsere Räder noch ein bisschen Liebe. Im DM (gibt es in Slowenien!) hat Jacky eine Zahnbürste geholt. Damit schrubben wir die Ketten sauber. So viel Schmodder hat sich dort angesammelt. Bisschen Kettenöl und den restlichen Dreck mit einer liegengebliebenen Socke aus dem Waschsalon wegrubbeln. Jetzt ist alles wieder fresh, bereit für die nächsten 1000 Kilometer.
PS.: Habe wieder Durchblick, Matschauge ist weg 🙂
