Tag 20: Slo, slow, Slowenien!

55 Kilometer: Bairisch Kölldorf-Mureck-Slowenischer Grenzübergang-Sentilj-Maribor

Morning has broken im Campingplatz-Pool: Augen schließen, paddeln, die ersten Sonnenstrahlen spüren. Großes Urlaubsgefühl. Danach Frühstück auf den Liegestühlen und Abschied von den Dauercampern. Heute lassen wir Österreich hinter uns. Die Kilometer ziehen an uns vorbei und die Köpfe hinken hinterher. Können es gar nicht fassen, dass uns die Räder schon so weit getragen haben.

Vor der slowenischen Grenze hauen wir nochmal so richtig rein. Jacky nimmt Schafskäse mit steirischem Kürbiskernöl und Salat und ich ein Schnitzel in Kürbiskernpanade und Reis. Sieht auf dem Teller wie ein plattgedrückter Müsliriegel aus. Will ich irgendwann mal nachkochen. Nach der ganzen Schlemmerei lässt das böse Mittagstief nicht lange auf sich warten. Wie gut, dass der Grenzübertritt länger dauert als geplant.

Die Grenze zwischen Weitersfeld in der Südsteiermark und dem slowenischen Ufer ist flüssig und heißt Mur. Wer den Strom überqueren will, nimmt eine kleine Fähre. Leichter gesagt, als getan. Unser Fährmann hat sich eine Viertelstunde lang abgemüht. Die Fähre hatte wohl zu wenig Wasser unterm Bauch und kam nicht weg. Der Fährtyp hat immer wieder versucht, den Kahn mit einer langen Stange vom Ufer wegzudrücken. Auch Jacky und ich haben Einsatz gezeigt und uns von der Fähre aus gegen die Poller am Ufer gestemmt. Irgendwann flutschte es. Und unsere Räder landeten auf slowenischem Boden.

Slowenien begrüßt uns mit einer 16-prozentigen Steigung. Halleluja. Schweißtropfen kullern sekündlich runter. Der Asphalt kocht. Der restliche Weg führt an der Autobahn entlang, danach durchs Industriegebiet. Wir werden immer langsamer und träger. Die Hitze macht ganz matschig. Unsere Oase in der Wüste: zwei Nächte in einem Hostel in Maribor, Sloweniens zweitgrößter Stadt. Ein frisches Handtuch, Steckdosen, ein Bett! Wir sind im Himmel!

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