
Gleis 8, 11:20 Uhr, kleines Klößchen im Hals: Mitfahrer Lars steigt am Wiener Hauptbahnhof in den Nach-Hause-Zug ein. Er winkt noch aus dem Fenster und dann ist der Bahnsteig leer. Vielen Dank für deine erfrischende und lustige Gesellschaft. Großer Eintrag in meinem Herzen. PS.: Danke, dass ich mir mit deinem Multi-Tool die Fußnägel schneiden durfte. Das ist Freundschaft.

Zum Glück habe ich am Gleis gar keine Zeit für Augen-Pippi. Muss los. Zum Sattva in den dritten Wiener Bezirk. Der Darling von meiner Freundin Gudrun hat dort ein veganes Restaurant eröffnet. Er war vorher Software-Entwickler. Das „Wie es zu dieser Wandlung kam“ muss ich noch aus ihm herauskitzeln. Jetzt aber erstmal zum daily Business: Die Thekenkraft und die Spülhilfe sind kurzfristig ausgefallen, also habe ich meine Hilfe angeboten. Schichtbeginn ist um 12 Uhr. Bekomme eine graue Schürze und eine kurze Einführung in die Spülmaschinen-Technik. Mit dem Kratzerl, sagt Gudrun, soll ich die Töpfe sauber schrubben. Verstanden! Salatschleudern, Siebe, Suppenkellen – alles wird reine gemacht. Was die Spül-Skills anbelangt, kann ich auf Vorerfahrungen zurückgreifen: Nach dem Abi habe ich in einer elsässischen Jugendherberge Berge an Tellern und Geschirr weggespült. Das war Teil eines FSJs.

Mit der Spülbrause Essensfetzen wegzuballern (sofern genug Druck auf der Leitung ist), hat mir damals schon gefallen. Die Essensreste geben mir auch eine Vorahnung, was es heute als Tagesmenü geben könnte. Immer wieder verheddern sich Weißkohl-Streifen und schwarze Linsen im Waschbecken-Sieb. Und ja auf der Speisekarte: Minestrone-Gemüsesuppe zu Dinkel-Piadini-Wraps und Schokopudding mit Kokos-Schlagobers. Sehr gut. Und total der Counterpart zu Schnitzel, Eitriger und Leberkäs in den letzten Tagen.




Bis 16 Uhr mache ich gemeinsam mit Gudrun Klarschiff in der Küche. Bis einschließlich Freitag habe ich Spüldienst. Die Bezahlung ist in Kost und Logis. Finde ich klasse. Eintauchen in den Alltag von Freunden, ohne Scheine zu zücken. Mehr davon!