Tag 1: 97 Kilometer durchgepowert

Freiburg-Sankt Märgen-Donaueschingen-Hattingen

Kurz nach 10 Uhr in Freiburg: Mit baked beans, Rührei und Speck im Bauch (Danke Oli) starten Lars, Adrian und ich ins Abenteuer. Es hat die ganze Nacht durchgeschüttet, aber pünktlich zur Abfahrt ist es trocken. Dafür kullern bei mir ein paar Tropfen runter. Schon hart, so ein Abschied.

Die ersten Kilometer vergehen wie im Rausch. Vorbei an goldgelben Weizenfelder und urigen Schwarzwaldhäusern. In den Schwarzwaldwipfeln steigt Nebel auf. Und wir machen Selfies und schreien „Wuhuuu“. Die Luft ist so unendlich frisch. Der Abschiedskummer ist schon bisschen weggestrampelt.

Nach den ersten Kilometern mit Anstieg wird aber auch klar: Ich bin hier die Schnecke auf der Tour. Die Herren pesen mit ihren Rädern an mir vorbei. Für mich fühlt es sich so an, als ob ich einen Fernsehsessel die Serpentinen hochschiebe. Habe ich vielleicht zu viel mitgenommen? Meine Beine müssen echt kämpfen. Nicht so cool. Ich muss unbedingt ein paar Sachen weglassen…

Blick ins Steinbachtal
Meine Travel-Buddys
Alter Falter

Wir heizen nach Urach, immer an der Breg entlang, bis wir irgendwann in Donaueschingen ankommen. Ich habe so Hunger. Zwei Proteinriegel habe ich quasi unterwegs weggeatmet. Traubenzucker musste auch schon sein. Im Café Reiter in Donaueschingen gibt es Brötchen und Streuselkuchen. Alles wieder gut. Wir machen einen kleinen Abstecher an die Donauquelle. Sieht aus wie ein Sumpf mit grünen Glibberalgen. Joa. Die Donau führt ja bis ans Schwarze Meer, ist quasi so eine kleine Seelenverwandte.

Von Donaueschingen dann nach Geisingen bis nach Hattingen. Whatever. Über die App „Landvergnügen“ habe ich den Biolandhof „Eier Duttlinger“ mit ganz vielen gackernden Hühnern gefunden. („Landvergnügen“ ist eine Stellplatz-App für WoMos, man kann kostenlos auf Höfen übernachten und soll dann etwas Geld im Hofladen oder im Spendenkässchen lassen). Wir holen die Zeltstangen heraus und bauen unsere Nester auf. Zwischen Federvieh und unseren grünen Iglus sind es nur drei Radlängen. Die Abendsonne ist wahnsinnig schön.

Unser Camp

Kurz danach kommt der Hofbesitzer mit seiner Familie vorgefahren. „In 42 Autostunden ist man in Georgien“, sagt er lächelnd beim Aussteigen. Wir hatten vorher schon telefoniert. Er öffnet uns die Tür zum Stall. Es gibt mehrere Waschbecken, eine Toilette und eine Kaffeemaschine. „Wenn ihr Eier braucht, könnt ihr euch ruhig bedienen“. So herzlich. Morgen früh will er uns sogar Brötchen vorbeibringen und seine Frau versorgt uns mit Marmelade. Da dachte ich schon: Halleluja, wir haben schon wieder Glück. Dann ging es noch weiter. Wenig später kam seine Tochter wieder angefahren und hat uns noch ein Sixpack Bier und Wein mitgebracht. Das käme von ihrem Daddy, meinte sie. Puh, was für ein unglaublich toller Start. Danke, Eier Duttlinger.

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